Ursprung und Geschichte

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Ursprünglich stammt der Kakaobaum aus dem Amazonasbecken. Kakao wird bereits seit 5- bis 10.000 Jahren vom Menschen genutzt. Landwirtschaftlich kultiviert wurde er jedoch erstmals in Mittelamerika. Die Olmeken, deren Kultur die Mutter aller mesoamerikanischen Kulturen war, bauten ihn wahrscheinlich schon an.
Von den Mayas weiss man es sicher; in ihrer Kultur spielt der Kakaobaum und das Getränk das aus den Samen seiner Früchte – den Kakaobohnen- gewonnen wird eine ausserordentliche Rolle. Für sie war Kakao so kostbar wie Gold für die Menschen heutzutage. Die Mayas waren es auch, die diesem Geschenk der Natur seinen Namen gaben: Kakao.
Der botanische Name “Theobroma cacao” wurde dieser Wunderpflanze von Carl Linnaeus(1707 -1778), dem Erfinder der Taxonomischen Nomenklatur gegeben. Er erkannte schon im 18. Jahrhundert die Potenz von Kakao und adelte ihn mit dem Namen “Speise der Götter”. Theos =  Gott, Broma = Speise, Theobroma cacao = Kakao, Speise der Götter!

Ein Kakaobaum wird 3 bis 10 Meter hoch, seine Äste beginnen schon knapp über der Erde aus dem Stamm zu wachsen und seine Früchte trägt er direkt am Stamm und auch an den Ästen. Ein Kakaobaum ist wundervoll und eigenartig anzusehen. Zwischen allen anderen Urwaldbäumen vermittelt er den Eindruck aus einer anderen, märchenhaften Welt zu kommen. Und ebenso erstaunlich und wunderbar reich ist die chemische Zusammensetzung seiner Samen(Kakaobohnen) und ihres Nährwertes für den Menschen. Das ganze Jahr über trägt er Früchte, Blüten und Knospen gleichzeitig. Die Früchte haben je nach Sorte und Reifegrad eine grüngelbe oder orange bis hin zu roter und violetter Farbe.
Kakaobäume gedeihen nur im Schatten anderer, höherer Urwaldbäume wie beispielsweise Kokospalmen, Avocadobäumen oder Gummibäumen. Deshalb kann Kakao, auch wenn er grossflächig angebaut wird, nie aus Monokulturen stammen!
Unter guten Bedingungen trägt ein junger Kakaobaum nach 3 bis 5 Jahren Früchte. Ein ausgewachsener Baum produziert etwa 50 Früchte im Jahr.

Es gibt lediglich drei Hauptsorten Kakao:
An erster Stelle wird hier traditionellerweise der Criollo(spanisch: der einheimische) genannt. Er stammt aus Mittelamerika und wurde schon in präkolumbianischer Zeit von den Mayas angebaut. Es wird sogar vermutet, dass der Criollo eine Züchtung der Mayas ist. Criollo ist am wenigsten bitter und hat den exquisitesten Geschmack von allen Sorten. Dies und die Tatsache, dass er am anfälligsten ist für Pilze und Krankheiten machen ihn zum teuersten und seltensten aller Kakaosorten. Nur 5% der weltweiten Kakaoernte ist Criollo Kakao.
Forastero, der ursprünglichste Kakao, stammt aus dem Amazonasbecken und ist besonders fettreich und herb-robust im Geschmack. Er ist sehr widerstandsfähig gegenüber Pilzen und Krankheiten, weshalb er 80% des weltweiten Anbaus stellt.
Trinitario ist eine Kreuzung aus Criollo und Forastero und vereint den milden Geschmack des einen und die Widerstandsfähigkeit des anderen in einer Bohne. Er stammt wie der Name schon sagt aus Trinidad. 10% bis 15% des weltweiten Anbaus fällt auf Trinitario.
Alle anderen Sorten sind Kreuzungen der oben beschriebenen Sorten.
Heute wird Kakao weltweit zwischen 20°südlich und 20°nördlich des Äquators angebaut. Für seine Verbreitung waren in erster Linie die Spanier verantwortlich, die im 16. Jahrhundert Mittel und Südamerika eroberten. Als sie in der neuen Welt ankamen war das Reich der Mayas bereits vor einigen hundert Jahren untergegangen. Die Azteken, die nach den Mayas die Vorherrschaft in Mittelamerika übernahmen adaptierten grosse Teile deren Kultur wie z.B. die Götterwelt, den Kalender und auch den Kakao. Wie auch schon die Mayas benutzten sie Kakaobohnen Zahlungsmittel. Der letzte regierende Aztekenkönig Montezuma war nach Angaben des spanischen Chronisten Bernal Diaz del Castillo regelrecht Kakaosüchtig. Nach der Eroberung seiner Hauptstadt fanden die Spanier in den Gewölben seines Palastes 900 Tonnen!! Kakaobohnen. Man kann sich die Überraschung der Spanier vorstellen als sie in diese ohnehin schon fremde, unglaubliche Zivilisation eindrangen und keine Gold- oder Silbermünzen vorfanden sondern essbares Geld…Millionen davon. Schon bald erkannten sie den Wert dieser Kostbarkeit auch für sich selbst. Ein Soldat konnte einen ganzen Tag marschieren wenn er morgens einen Becher Xocolatl zu sich genommen hatte, berichtet Bernal Diaz. Schnell wurde den Spaniern klar, dass sie hier auf etwas ganz besonderes gestossen waren und nannten Kakao kurzerhand “Oro Negro”-schwarzes Gold!

Kakao und Mythos
Von der Kultur der Olmeken ist wenig bekannt, auch keine Überlieferungen den Kakao betreffend. Das erste Volk, von dem man weiss, dass es eine tiefe, fast religiöse Beziehung zu Kakao hatte, waren die Mayas. Sie nutzten Kakao nicht nur als Nahrungsmittel sondern auch in ihrem Schamanismus und alltäglichen Ritualen.
In der Schöpfungsgeschichte der Mayas spielt der Kakaobaum eine wichtige Rolle und daher wurden Kakaobohnen gerne als Opfergabe dargebracht. Die Mayaglyphe für das Wort “Kakao”, die auch das Logo von MAYAN GOLD ziert, zeigt unter anderem einen Fischkopf. Möglicherweise weil in der Mythologie der Mayas die Zwillingskinder des Gottes, der den Kakaobaum geschaffen hat, von Unterweltsgöttern in Fische verwandelt wurden und später zu Sonne und Mond wurden.
Jedes Jahr feierten die Maya zu Ehren des Kakaogottes Ek Chuah ein Fest und zu Hochzeiten stiessen das Brautpaar und deren Eltern mit Kakao an.